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Das touristische Angebot von Neuhaus am Rennweg bliebe
unvollständig, würde man den Wintersport in der "weißen Saison" unerwähnt
lassen.
Hierzu ist die Stadt inkl. Ortsteil Steinheid durch ihre Höhenlage und die damit verbundene relative
Schneesicherheit geradezu prädestiniert.
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ACHTUNG! Bei Vorlage der gültigen Gästekarte, die
Gäste unserer Stadt bei einer Aufenthaltsdauer (ab 3
Übernachtungen) von Ihrem Gastgeber / Hotelier nach Ausfüllen des
Meldescheines und Bezahlung des Kurbeitrages erhalten, wird dem
Inhaber dieser Gästekarte inkl. der darin eingetragenen Personenzahl
je eine FREIFAHRT gewährt.
Weitere Skilifte finden Sie in der benachbarten Gemeinde Ernstthal
sowie in Limbach, einem Ortsteil von Steinheid (7km) und in
Siegmundsburg (9km). Außerdem wurde hier erst seit kurzem eine Snow-Tubing-Anlage
eröffnet, die für Mords-Gaudi sorgt.
Die Skiarena namens >Silbersattel< befindet sich am 842m hohen Fellberg bei
Steinach (15 km – Richtung Lauscha) und ist das größte alpine
Skigebiet Thüringens.
Hinweis: Nähere Informationen zu einzelnen Angeboten finden Sie auch auf unserer Seite "Freizeiteinrichtungen"!
Die Geschichte des Wintersports in Thüringen und in unserer Region
ist noch nicht sehr alt. Erst vor ca. 120 Jahre begannen die ersten
Anfänge von wintersportlichen Aktivitäten.
Von den geografischen Bedingungen, der Meereshöhe und der
Mittelgebirgslage des Thüringer Schiefergebirges um den Rennsteig war
es gerade zu natürlich, dass der Wintersport nicht wie andere
Sportarten zuerst in den Städten anfing, sondern in den Gegenden um
den Rennsteig. Schneesicherheit war um die Jahrhundertwende noch mehr
an der Tagesordnung, als es heutzutage der Fall ist.
Überlieferungen über erste skiläuferische Aktivitäten gibt es 1890/91
in Neuhaus am Rennweg, 1895 in Ernstthal, 1896 in Ruhla, 1897 in
Mehlis und 1900 in Eisenach.
Aus unserer Thüringer Waldregion ging vom Wintersport eine
befruchtende Rolle auf ganz Deutschland aus. Die Thüringer Treitschke
und Dr. Offermann begannen schon 1884 mit dem Skilauf. In Neuhaus am
Rennweg war es 1890/91 Karl Kessler, der mit Skiern durch die
Landschaft lief.
Am 1. November 1905 wurde im benachbarten Ort Ernstthal am Rennsteig
der 1. Wintersportverein in unserer Gegend gegründet. Neuhaus am
Rennweg folgte damit am 20. Dezember 1905 und kurze Zeit danach hatte
auch Lauscha einen Wintersportverein.
In Neuhaus am Rennweg war es ein Arzt, der den Wintersportverein
stark befruchtete. Zusammen mit dem Gastwirt A. Müller, dem
Postverwalter Kröckel und seiner Ehefrau gründete dieser Arzt, namens
Dr. Michelet den Wintersportverein. Zu den Leitungsmitgliedern
zählten auch Lehrer, wie O. Wuckel, H. Höfer und Karl Jacob. 1906
hielt der Norweger Gröndahl in Neuhaus am Rennweg den ersten
Skilehrgang ab, an dem auch Sportler aus Ernstthal teilnahmen. Auch
1907 wurde ein weiterer Lehrgang in Neuhaus am Rennweg durch Norweger
durchgeführt. Die norwegischen Skilehrer waren meist Studenten in
Jena und Ilmenau. Im Jahre 1912 hatte der Neuhäuser Wintersportverein
bereits 91 Mitglieder.
Aufgrund derartiger Aktivitäten sprach es sich schnell herum, dass
die Ortschaften Oberhof, Friedrichroda, Brotterode, Ilmenau und nicht
zuletzt Neuhaus am Rennweg den Mittelpunkt des Thüringer Wintersports
bildeten.
Auch in den heutigen Ortsteilen Igelshieb und Schmalenbuche, die
heute zu Neuhaus am Rennweg gehören und bis 1923 noch selbständige
Ortschaften waren, wurden Wintersportvereine gegründet.
So kam es, dass sich Neuhaus am Rennweg seit dem letzten Drittel des
19. Jahrhunderts durch Wintersport, Wandern & Erholungsurlaub zu
einem beliebten Fremdenverkehrsort entwickelte. Mit einer Höhenlage
von 835 m über N.N., hoch auf dem Kamm des Thüringer Schiefergebirges
gelegen, hatte die Rennsteigstadt hervorragende natürliche
Voraussetzungen für den Wintersport.
Nach der Jahrhundertwende begann man auch Schanzen zu bauen, so
1908/09 auf der Königswiese in Ernstthal, 1909/10 die
Marktiegelschanze in Lauscha und auch die Schanze in der
Küchholzdelle in Neuhaus. Letztere galt längere Zeit als die Größte
in Thüringen. In den 20er Jahren wurde dann in Neuhaus die
Bärenschanze gebaut. Ernstthal wurde besonders durch die
Wintersportler Karl und Emil Böhm-Hennes, Adolf Böhm-Kautz, Max
Müller-Jäger und später Alfred Huhn in ganz Deutschland bekannt.
In Lauscha wurde in den 20er Jahren besonders Wilhelm Kobs Siege als
Wintersportler gefeiert. In Igelshieb waren es die Sportler Julius
Ehrhardt, Otto Ehrhardt, Paul Pforte, von Metsch und die Lehrer
Gladigow und Wolf, die als Wintersportler auf sich aufmerksam
machten.
Zu den ersten bekannten Skisportlern in Neuhaus am Rennweg gehörten
Max Ehrhardt, Franz Kröckel und Eduard Müller-Vitzthum. 1912 nahm
Eduard Müller-Vitzthum an den Deutschen Skimeisterschaften in
Immenstadt (Allgäu) teil.
Unumstritten war ein überragender Wintersportler dieser Jahre der
gebürtige Ernstthaler Karl-Böhm-Hennes (1891-1914), der 1911
Deutscher Meister und Österreichischer Meister in der Nordischen
Kombination wurde und mit einem 4. Platz am Holmenkollen 1912 auch
die norwegische Fachwelt beeindrucken konnte. Er fiel als Soldat im
1. Weltkrieg.
Zum Gedenken an die gefallenen Wintersportler wurde vom Thüringer
Wintersportverband am 04. September 1921 in Ernstthal, direkt am
Rennsteig, ein Denkmal eingeweiht. Dieses besteht noch heute und ist
im Winter ein beliebtes Ziel auf Skiern und im Sommer ein gern
besuchtes Wanderziel.
Leider führte der 1. Weltkrieg zum Niedergang des damaligen
Wintersport und Tourismus. Doch schon in den 20er Jahren gab es
wieder aktive Vereinsmitglieder wie Franz Kröckel, Eduard
Müller-Vitzthum und die Lehrer Franz Schippel sowie Arno Meisel, die
den Wintersport in Neuhaus wieder voran brachten. Zählte 1922 der
Wintersportverein in Neuhaus am Rennweg schon 197 Mitglieder, so
waren es 1924 bereits 260.
Die damalige Ski-Ausrüstung sind mit den heutigen idealen Bedingungen
in dieser Hinsicht nicht vergleichbar. Umso größer sind die damaligen
Leistungen einzuschätzen, denn eigentlich war nicht jeder sportlich
Begeisterte in der Lage sich zur damaligen Zeit Skier kaufen zu
können. Man behalf sich mit Fassdauben, die vorne zugespitzt wurden.
Einfache Riemenbindungen hielten sie an den Schuhen. Einheimische
Tischler aus Igelshieb und Neuhaus übernahmen schließlich die
Anfertigung der ersten Skier – heute können hochmoderne Ausrüstungen
sogar ausgeliehen werden...
(aus der Chronik von Adolf Bräutigam, Gest.: 16.02.2004)