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Arbeitsgespräche zur Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Eisenbahnstrecke Probstzella – Ernstthal am Rennsteig

Neuhaus am Rennweg, den 08. 12. 2020

Der Stadtrat der Stadt Neuhaus am Rennweg hat in seiner Sitzung am 09.11.2020 folgenden Beschluss gefasst:

 

 

Der Stadtrat der Stadt Neuhaus am Rennweg beschließt, eine Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Eisenbahnstrecke Probstzella - Ernstthal am Rennsteig, in ihrer baulichen Form noch vorhanden, zu befürworten und zu unterstützen.

Eine Abstimmung mit den weiteren Anliegergemeinden sowie den betreffenden Landkreisen zu einer koordinierten Vorgehensweise soll erfolgen.

 

In der Begründung hieß es:

 

Seit Jahren bemüht sich der Max- und Moritzbahnverein, die 1997 stillgelegte Eisenbahnstrecke zwischen Probstzella und Ernstthal am Rennsteig wieder in Betrieb zu nehmen. Diese Eisenbahnstrecke wird im Volksmund Max- und Moritzbahn genannt, weil sie im letzten Jahrhundert dafür verwendet wurde, das in Schmiedefeld gewonnene Eisenerz zur Maxhütte Unterwellenborn sowie die Rohstoffe und die produzierte Ware der Schmiedefelder Moritzporzellanfabrik mittels Eisenbahn zu transportieren. Zu DDR-Zeiten wurde ein großer Teil der Frachtgüter über diese Bahn zum Rennsteig hin und wieder abtransportiert. Nach der politischen Wende erfolgte dann die Stilllegung.

 

Für die Wiederinbetriebnahme sind zwei wichtige Faktoren zu betrachten. Ein Faktor wäre der Tourismus. Der Bahnhof Probstzella wird durch Züge des Thüringen-Frankenexpress bedient, die zwischen Leipzig und Nürnberg verkehren. Hier besteht die Möglichkeit, dass man aus den größeren Städten der Bahnlinie in kurzer Zeit in unsere Region fahren kann, die Einiges zu bieten hat. Die Grenzmuseen in Probstzella und Gräfenthal, die Thüringenwarte, das Schloss Wespenstein in Gräfenthal, die Porzellanmanufaktur Wagner und Apel in Lippelsdorf, die Morassina und der Leipziger Turm in Schmiedefeld sind alle bisher lediglich per Straße erreichbar.

 

Es wäre eine direkte Eisenbahnverbindung von Saalfeld zu den Wintersportanlagen in Ernstthal und Steinach möglich, ohne sich dabei um die winterlichen Straßenverhältnisse, die um die Rennsteigregion in dieser Zeit vorherrschen, kümmern zu müssen.

 

Auch wäre diese Strecke eine wesentliche Erleichterung für die Besucher des Lauschaer Kugelmarktes. Jeder, der dorthin mit dem eigenen PKW oder dem Bus schon einmal angereist ist, kennt den verkehrstechnischen Stress.

 

Weiter fährt man auf dieser Bahnstrecke durch eine landschaftlich schöne Gegend mit ingenieurtechnischen Bauwerken des letzten Jahrhunderts. Allein mit 5 Viadukten und einem Eisenbahntunnel hat diese Eisenbahnstrecke etwas ganz Besonderes zu bieten. Besonders die Anhänger der Eisenbahnnostalgie und dieser Technik hätten etwas davon.

 

Aus Sicht einer sinnvollen infrastrukturellen Planung muss eine direkte Eisenbahnverbindung zwischen den Städten Saalfeld, Neuhaus am Rennweg und Sonneberg ein Ziel sein.

 

Der zweite Faktor wäre die Nutzung der Strecke für den Güterverkehr. Allein die Glaswerke am Rennsteig produzieren über 1000 t Glas pro Tag. Dafür werden die notwendigen Rohstoffe sowie die hergestellte Fertigware bis heute mit dem LKW transportiert. Das sind allein für die benötigten Rohstoffe über 40 LKW am Tag, die über unsere Straßen durch die Städte und Gemeinden fahren und damit die Anwohner sowie die Infrastruktur selbst belasten. Über die Eisenbahnstrecke wäre der Transport mit etwa 3 Güterzügen erledigt.

 

Auch beim ThüringenForst könnten Holztransporte mindestens teilweise auf die Schiene verlagert werden.

 

Eine Reaktivierung würde auch in den von der Bundesregierung geplanten sogenannten „Deutschlandtakt“ passen: Bis 2030 soll eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen des Bahnverkehrs sowie eine Erhöhung des Marktanteils des Schienengüterverkehrs auf 25 Prozent erfolgen.

 

Fazit: Sowohl in der touristischen sowie auch in der wirtschaftlichen Nutzung wäre die Bahn ein Gewinn für diese Region. Sie wäre Verkehrsmittel für die Menschen, die unsere Region besuchen wollen, aber auch für den Transport von Gütern, die bis jetzt mittels LKW durch unsere Städte und Gemeinden rollen.

 

Der Stadtrat Neuhaus am Rennweg hatte deshalb bereits am 14.05.2019 in die Stellungnahme zum Regionalplan Südwestthüringen die Wiederinbetriebnahme dieser stillgelegten Eisenbahnstrecke mit aufgenommen.

 

 

 

 

 

 

Seitens des Landratsamtes Saalfeld-Rudolstadt wurde am 04.12.2020 dazu folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

 

Arbeitsgespräch zur Max-und-Moritz-Bahn

 

Landrat und Partner wollen Machbarkeitsstudie auf den Weg bringen – Leistungsverzeichnis soll erstellt werden

 

 

Saalfeld. Auf Arbeitsebene trafen sich am Montag dieser Woche, 30. November, die Beteiligten, die sich für eine Reaktivierung der Max- und Moritzbahn einsetzen, im Saalfelder Schloss. Zusammen mit dem Saalfelder Landrat Marko Wolfram und den Verantwortlichen der Regionalentwicklung diskutierten Markus Büttner, 1. Vorsitzender des Fördervereins Max- und Moritzbahn, Vereinsmitglied Hans-Jörg Böhm sowie Pierre Menestriere als Vertreter der IHK Ostthüringen, wie eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht werden könnte. Insbesondere ging es darum, wie das Leistungsverzeichnis für die Studie aussehen müsste, um die Strecke vom Prellbock Ernstthal bis zur Kreuzweiche Probstzella wieder in Betrieb zu nehmen. Weil dabei keine neue Trassierung festzulegen ist, da die Strecke besteht, geht es vorrangig um umzusetzende Baumaßnahmen.

 

Am 19. Oktober hatten Landrat und Verein beim Gespräch mit Staatssekretärin Susanna Karawanskij, aus dem Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, ein positives Signal bekommen, dass das Land eine solche Studie finanziell unterstützen werde.

„Wir werden sicher auch die Ausschreibung bewältigen können – was wir aber jetzt brauchen, ist das Leistungsverzeichnis für die Studie.“ Die Ausschreibung wird der Landkreis übernehmen – und das muss mit allen Beteiligten abgestimmt sein. In die Studie sollen die klassischen Faktoren einfließen – über das Gebiet, den Zustand der Strecke, Zielgruppen und Nutzerpotenziale und die Kosten für die Inbetriebnahme.

 

Entscheidend für die Zukunft der Strecke werden die möglichen Kosten  der Inbetriebnahme sein. Dem Förderverein liegen Angebote über 11 bis 15 Millionen Euro vor, um die Strecke wieder für den Güterverkehr fahrtauglich zu machen. Das Land und die DB rechnen demgegenüber mit 50 Millionen Euro, also dem drei- bis vierfachen Volumen. Zu klären ist dabei auch, ob die Strecke nach Eisenbahnbetriebsordnung reaktiviert werden kann, so dass wieder Güterverkehr betrieben werden könne. Das rechne sich nur, wenn Unternehmen entlang der Strecke das auch nutzen werden und den Schwerverkehr von der Straße auf die Schiene bringen würden. Signale dazu liegen dem Verein vor. Neben dem Güterverkehr soll auch der Tourismus von der Bahnstrecke profitieren.

 

In der Beratung einigte man sich auf die Eckdaten, Regionalentwicklerin Christina Kutschbach wird nun einen Entwurf fertigen, der am Ende auch mit dem Ministerium abgestimmt wird.

„Beim aktuellen Stand können wir hoffen, dass das Ergebnis der Studie noch 2021 vorliegen wird. Im positiven Fall steht allerdings eine weitaus schwierigere Aufgabe vor uns, die erforderlichen Investitionsmittel zu sichern. Wir brauchen da auf jeden Fall einen Grundkonsens mit dem Land, anders wird es nicht gehen“, ist Landrat Wolfram überzeugt.

 

 

Hintergrund:

 

 

In Thüringen werden seit längerem drei Streckenreaktivierungen diskutiert. Neben der Max-und-Moritzbahn sind das die Werratalbahn und die Höllentalbahn. Im Werratal geht es um durchgängigen Verkehr auf der 22 Kilometer langen Werrabahn, die von Coburg ins thüringische Eisfeld fährt.

Bei der Höllentalbahn richten sich die Bemühungen um den 5-Kilometer-Lückenschluss vom thüringischen Blankenstein ins oberfränkische Marxgrün.

 

Der Förderverein Max- und Moritzbahn setzt sich seit vielen Jahren für die 1997 stillgelegte Strecke ein und hat sich durch den Betrieb der Draisine viel Anerkennung erworben. Anfang September hatte eine hochkarätige Runde mit Landräten, Bürgermeistern, Vereinsvertretern und IHK-Referent das weitere Vorgehen zur Wiederbelebung der Max- und Moritzbahn zwischen Probstzella und Ernstthal besprochen. Schließlich hatte der Termin bei Staatssekretärin Susanna Karawanskij vom TMIL weitere Klarheit gebracht.

 

 

 

 

 

Martin Modes

Presse- und Kulturamt

 

 

Fotos Martin Modes: Die Max-und-Moritz-Bahn zwischen Probstzella und Ernstthal ist für Touristen wegen der grandiosen Ausblicke und der spektakulären Viadukte attraktiv. 2016 befuhr der Kreisentwicklungsausschuss die Strecke im Rahmen einer Ausschusssitzung. 

 

 

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Arbeitsgespräche zur Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Eisenbahnstrecke Probstzella – Ernstthal am Rennsteig

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