Stadt auf den Bergen des Thüringer Waldes
 
Bannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur StartseiteBannerbild | zur Startseite
Link zur Seite versenden   Druckansicht öffnen
 

HERZLICH WILLKOMMEN

Bürgermeister Uwe Scheler

Liebe Neuhäuser, Lichtner, Limbacher, Neumannsgründer, Piesauer, Scheibe-Alsbacher, Siegmundsburger und Steinheider!

Sehr geehrte Unternehmer und Gewerbetreibende!

Sehr geehrte Gäste!

 

In diesen Wochen zum Anfang des Jahres 2024 ist auf vielen Gebieten Enttäuschung, Unzufriedenheit, aber auch große Besorgnis spürbar und erlebbar:

 

Die Landwirte sind enttäuscht und unzufrieden mit der Landwirtschaftspolitik und demonstrieren in Erfurt und Berlin, aber auch regional und vor Ort, gegen die letzten dortigen Entscheidungen bezüglich der gekürzten Subventionen.

 

Unternehmen und Handwerk sind unzufrieden mit der Wirtschaftspolitik und deren Verbände, die Industrie- und Handelskammer Südthüringen sowie die Handwerkskammer Südthüringen, veröffentlichen in den Lokalausgaben der Tageszeitung 10 Kritikpunkte und Forderungen an die Regierungen in Bund und Land, insbesondere gegen die massive Regelungsflut, die die unternehmerische Freiheit beschränkt und ganz nebenbei auch noch die Kostenspirale hochdreht.

 

Das Personal in den Krankenhäusern des REGIOMED-Verbundes macht sich Sorgen um den Erhalt der dortigen Arbeitsplätze. Wir alle hoffen darauf, dass trotz Insolvenz auch künftig eine wohnortnahe stationäre Gesundheitsversorgung – mit dem unbedingten Erhalt des Neuhäuser Krankenhauses – auch in unserer Stadt und in unseren Ortsteilen gesichert ist. Wir alle sind irgendwie unzufrieden mit der Krankenhauspolitik, vor allem, weil die angekündigte Reform über lange Zeit und bisher immer noch doch vieles im Unklaren lässt und dadurch unverbindlich wirkt.

 

Die Lokführer befinden sich derzeit in einem gewerkschaftlich organisierten Arbeitskampf, Verspätungen und Ausfälle im Regional- und Fernverkehr sind insbesondere im Berufs- und Reiseverkehr erheblich.

 

Bürgerinnen und Bürger haben weiterhin mit hoher Inflation und weiter steigenden Preisen zu kämpfen, für Benzin, Lebensmittel, Hygieneartikel usw., vor allem aber für Strom und Gas. Seit Anfang 2024 kommen teilweise bereits Pflichten – und selbstverständlich auch Kosten - zum Heizungstausch und energetische Gebäudesanierung auf die Eigentümer hinzu. 

 

Ganz nebenbei steigen die Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherung für alle und trotzdem erscheint ein Platz in einer Pflegeeinrichtung für einen Angehörigen oder sich selbst künftig unerschwinglich.

 

Dass die Schneeauflage im noch verbliebenen Rest von dem, was früher Wald war, und auf der Flur sich diesjährig nicht unter „Winter“ verbuchen lässt, mutet in dieser sicher nicht vollständigen Auflistung als eher nebensächliche Kapriole an. Davon sind nur die Wintersportfans betroffen? Ortsansässige Hoteliers oder andere Beherbergungen und Gastronomen bekommen das zu spüren und verzeichnen Buchungsabsagen und leere Gasträume.

 

 

Die meisten von uns sorgen sich um den Frieden in Europa und in der Welt. Auch wenn dieser Punkt hier am Schluss steht, so ist doch Frieden eigentlich erstmal die Grundvoraussetzung für alles andere.

 

Was können wir in unserer Kleinstadt Neuhaus am Rennweg und in unseren Ortsteilen tun, um diese doch sehr herausfordernde Zeit, diese seit 2020 andauernde Aneinanderreihung von Krisen zu bewältigen? Was ist jetzt gefragt? Hier ein paar mögliche Antworten:

 

Erst einmal ist Zusammenhalt wichtig, im Sinne von Bündelung der Kräfte und Interessen.

 

Dann eine gehörige Menge an Nachbarschaftshilfe und Nächstenliebe, damit die Schwächsten in dieser Gesellschaft nicht auf der Strecke bleiben.

 

Unabdingbar: Miteinander sprechen, und ja, auch konstruktiv streiten.

 

Vor allem aber Mut. Mut im Sinne von Lebensmut. Mut zu unpopulären Entscheidungen. Mut dazu, andere als die bisher eingefahrenen Wege zu gehen. Nicht den Kopf in den Sand stecken und darauf warten, dass ein anderer das schon machen wird, dass ein anderer das für uns schon erledigt hat.

 

Wir alle sind gefragt - jeder an seinem Arbeitsplatz, jeder an seinem Wohnort, jeder in seinem Verein, jeder in seiner Familie, jeder in seiner Schule – zusammenzustehen und gemeinsam unsere Fähigkeit, den Krisen zu trotzen, zu stärken. Wer, wenn nicht wir, alle gemeinsam, sollte dazu in der Lage sein? Improvisationsvermögen und Anpassungsfähigkeit – neudeutsch Resilienz – das sind doch eigentlich unsere „Markenzeichen“ in der etwas raueren Rennsteigregion.

 

Gemeinsam mit dem Stadtrat wünsche ich mir noch mehr Beteiligung und Mitwirkung von Euch bei der Vorbereitung und Abwägung der Ausrichtung der künftigen städtischen Entwicklung. 

 

Bringt Euch ein! Diskutiert mit! Entscheidet mit! Macht mit!

 

Gelegenheit dazu bietet sich in den Sitzungen der städtischen Gremien, aber auch täglich im persönlichen Gespräch, in der Stadtverwaltung oder Vor-Ort an Eurem Wohnort mit Euren Ortsteilbürgermeistern. 

 

Jede Krise birgt die Chance zur Veränderung in sich. 

Wir müssen das nur erkennen und für uns nutzen. 

Ich hoffe, Ihr seid dabei!

 

Euer Bürgermeister

 

Uwe Scheler