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TRADITIONSHANDWERK

Die Rennsteigregion genießt durch die Produktion von feinstem Glas hohes Ansehen und zeigt sich dieser Tradition bis heute verpflichtend. Dieser facettenreiche und schwierig zu bearbeitende, aber immer wieder faszinierende Werkstoff hat auch Neuhaus am Rennweg geprägt. Es gibt zahlreiche kleine Glasbläser, aber auch Familienunternehmen und Firmen, die mit umfangreichen Glasausstellungen das Thema Glas gebührend würdigen. Die Nachbarstadt Lauscha hat sogar eine Glasprinzessin, die auf Anfrage in unserer Tourist-Information, z.B. bei Gruppenführungen, zugegen sein kann.

Die hier genannten Glas-Zentren laden Sie sehr herzlich zum Bummel und Staunen ein! Bitte informieren Sie sich auf deren verlinkten Websites über das umfangreiche Sortiment des Unternehmens.

 

 Wissenswertes zur traditionellen Glasherstellung am Rennsteig

Der Werkstoff Glas hat eine sehr lange Tradition. Vor 4000 Jahren stellten bereits die Assyrer Glas her. Im 12. Jahrhundert erreichte das Glasbläserhandwerk in Venedig seine Blütezeit. Und vor fast 500 Jahren, als unsere waldreiche Region teilweise noch unbesiedelt war, entstanden in unserer Region am Rennsteig die ersten Glashütten, die dem Holzreichtum geschuldet waren:

  • 1595/97 Glashütte Lauscha
  • 1617 Glashütte Schmalenbuche (Neuhaus am Rennweg)
  • 1737 Glashütte Glücksthal
  • 1834 Glashütte Bernhardsthal

 

Von Lauscha aus gründeten sich eine ganze Reihe von Tochterglashütten, so auch in Neuhaus am Rennweg. Diese Glashüttenstandorte reichten bis in das oberfränkische Gebiet und ins Fichtelgebirge, aus denen in der Regel Ansiedlungen entstanden.

 

Dennoch sind die Anfänge der Lampenglasbläserei historisch nicht exakt belegbar. Um 1700 erlebte sie in Venedig eine Wiedergeburt. Von dort gelangte sie nach Savoyen und Frankreich. In Deutschland wurde sie zuerst am Rhein ansässig. Ende des 18. Jahrhundert kam die Lampenglasbläserei in unsere Region. Aus der Thüringer Glasperlenfertigung entwickelte sich die Glasinstrumentenherstellung und die Herstellung von gläsernem Christbaumschmuck. Glasbläser und Erfinder wie bspw. Dr. Heinrich Geißler aus Igelshieb (1814-1879), Louis Müller-Unkel aus Schmalenbuche (1853-1938) und Carl Heinrich Florenz Müller aus Piesau (1845-1912) brachten die Lampenglasbläserei, besonders die Glasinstrumentenherstellung innovativ vorwärts.

 

Noch heute werden aus dem Grundstoff Glas verschiedene Produkte hergestellt und große Firmen wie die Thüringer Pharmaglas GmbH in Neuhaus am Rennweg, das Glaswerk Ernstthal, Fiber Glas in Lauscha und Neuhaus am Rennweg u.a. bieten zahlreichen Menschen in der Region einen sicheren Arbeitsplatz. Auch die Herstellung von Glasaugen im benachbarten Lauscha zählt dazu.

 

Der heutige Lampenglasbläser hat mit der Herstellung in den Glashütten nichts mehr zu tun, denn er verarbeitet die Produkte aus den Hütten in Form von Glasröhren und Glasstäben. Glas wird in Wannen- oder Hafenöfen aus Sand, Soda, Pottasche und Kalk hergestellt. Soll farbiges Glas entstehen, werden je nach gewünschtem Farbton die entsprechenden Zuschlagstoffe hinzugesetzt. Die Lampenglasbläserei hat ihren Namen von der Öllampe, mit der Glas partiell erweicht und durch Atemluft in die gewünschte Form gebracht wurde. Durch Blasen, Biegen, Drehen und unter Zuhilfenahme von einfachen Werkzeugen (Zangen, Scheren, Auftreiber) bringt der Lampenglasbläser das erwärmte Glas in die gewünschte Form bzw. Gestalt. Heute arbeitet man vornehmlich mit Erdgas und Sauerstoff.

Diese manuelle Arbeitsweise stellt an den Glasbläser hohe Anforderungen an Fachwissen und Geschicklichkeit. Das heiße Glas wird vom Glasbläser aus kristallklarem oder farbigem Lauschaer Hohlglas oder Massivglas in Form von Glasröhren oder Glasstäben frei vor der Flamme oder in Fachkreisen auch Lampe genannt von Hand geformt. Deshalb spricht man auch vom freigeformtem, lampengeblasenem Glas.